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Shanghai ist
anders!
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Tag 0 - Auf geht's mit Geschrei
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Tag 1 - Shanghai lacht
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Tag 2 - Im Land der Fahrräder
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Tag 3 - Bootsfahrt
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Tag 4 - Shoppingwahn
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Tag 5 - Das Gehupe nervt
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Tag 6 - Nr. 5 ist groß genug
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Tag 7 - Der Preis ist heiß
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Tag 8 - Fehlende 2 Meter
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Tag 9 - Zünftige Bierstube
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Tag 10 - Über den Wolken
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Tag 11 - Fragen & Antworten
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Tag 12 - Letzte Runde
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Tag 13 - Der Abschied
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Die Nacht war schön ruhig. Keine Spur des
berühmt-berüchtigten Jetlags. Zumindest mir hat er sich nicht vorgestellt.
Vorhänge auf und dann erst mal ein ganz lautes: „Guten Morgen Shanghai“. Das
hat sich die Stadt verdient. Regen war angesagt und jetzt strahlt die Sonne.
Der blaue Himmel, dem wir im 36 Stock ein wenig näher sind als daheim, läd
zum Erkundungsausflug ein. Übrigens, wie wir später am Tage, noch etliche
Meter mehr über der Erde, erfahren haben, ist ein solch klarer Tag super
selten. Meist hängt eine Dunsthaube über der Stadt.
Unser Frühstück nehmen wir natürlich in einer „Lounge“ zu uns. Pah, und was
gibt es schon am frühen Morgen? Dim Sum, Fride Noodle und alle anderen
meiner „Lieblingsspeisen“. Zum Glück stehen auch süße Teilchen am Büfett.
Aber: Der Gedanke von gestern Abend vertieft sich: „Ich werde völlig
abgemagert heim kommen“.
Wir sind beide sehr gespannt, was uns jetzt gleich erwartet. Der Concierge
gibt uns erst mal eine Visitenkarte vom Hotel und einigen Attraktionen, die
in Chinesisch geschrieben ist. Wir sollten es ihm in den nächsten Tagen mehr
als einmal danken. Ab ins Taxi. Als erste Anlaufstelle haben wir uns den
People´s Square ausgesucht. Eine grüne Oase inmitten dieser Millionenstadt,
deren genaue Einwohnerzahl ähnlich geheim bleibt wie das Rezept von CocaCola.
Die Sonne strahlt mit uns und den dauergrinsenden Chinesen um die Wette.
Um die Neugier von einigen von euch ein wenig zu stillen: Ihr fragt euch,
wie das Taxi fahren ist? Gute Frage. Und darauf wird dieses Tagebuch ganz
bestimmt noch genauer eingehen. Nur soviel: Eine Taxifahrt in Shanghai ist
anders, ganz anders.
Der
Park ist super gepflegt. Der Rasen saftig grün, die Blumenbeete akkurat bis
penibelst angeordnet. Tausende Chinesen genießen die Ruhe, erholen sich.
Nach einigen Metern fühlen wir uns durch hunderter weißer Tauben an unsere
alte Heimat Köln erinnert. Doch während am dortigen Kölner Dom die Tauben
eher nerven, wirken die weißen Tauben von Shangai wie echte Friedensstifter
und Ruhepole. Kein Wunder, hier dürfen und werden sie auch ausreichend
gefüttert und liebevoll betüddelt.
People´s Square ist umgeben, wie sollte es in Shanghai
anders
sein, von Shopping-Centern. Direkt das erste Kaufhaus, das wir betreten,
haut uns schier aus den Schuhen. Wer glaubt, Galeria Kaufhof oder Wal Mart
haben große Auswahl, Pustekuchen. Tja, ich dachte bis vor kurzem ja auch
noch, dass Berlin mir viel zu groß sei. Allerdings reihe ich unsere
Haupstadt, natürlich nur was die Größe angeht, jetzt mal in die Reihe
gallischer und böhmischer Dörfer ein. Die Nanjing Lu oder Road ist die
Haupteinkaufsmeile. Werbetafeln in Übergröße, Kitsch und Kommerz wo wir
hinsehen. Bilder sagen mehr als tausend Worte, deshalb verweise ich als Mann
bei diesem Themengebiet mal getrost auf die Bilder.
Irgendwas
scheint sehr lustig oder besonders zu sein. Viele drehen sich nach uns um,
schauen, um nicht das Wort gaffen zu nennen, kichern und grinsen bei unserem
Anblick. Okay, Männer aus Europa mit Rosa farbenen Pullovern sind wohl eher
ein seltener Anblick für die „hippen“ Einheimischen. Wir lassen sie lachen.
Auch der Wunsch der Mädchen nach einem gemeinsamen Foto mit mir, lässt uns
nicht großartig aufhorchen. Da schon die ersten Stunden etliche Fragen
aufgeworfen haben, wird sich das „Rosa Wunder“ ja vielleicht auch später
noch aufklären.
Dann
treibt unsere Neugier uns in eine kleine, dunkle Gasse. Wäsche baumelt über
unseren Köpfen, Fahrräder und Motorroller lehnen an den Wänden. Die Damen
lachen mal wieder. Beim Anblick zweier Männer mit verdunkelten
Sonnenbrillen, die uns zu folgen scheinen, dreht sich uns allerdings der
Magen um. Soviel Neugier muss dann doch nicht sein, und wir machen auf dem
Absatz kehrt. Ehrlich gesagt hatten wir ein wenig die Hosen voll. Soll schon
mal vorkommen, wenn man in einer so großen, fremden Stadt ist.
Unser
Tatendrang war aber keineswegs getrübt. Ab zum legendären „Bund“, grandioser
Blick auf die Skyline, der Oriental Pearl Tower baut sich vor uns auf. Ich
nenne dieses Teil ab sofort nur noch „Alex“ in Anspielung an den Berliner
Fernsehturm. Auf die andere Seite des Flusses „Huangpu“ gelangen wir durch
den so genannten „Bund Sigthseeing Tunnel“.
Okay: Stellt euch kurz etwas darunter vor........
Gut, damit liegt ihr vollkommen falsch. Wir werden für 60 RMB in eine Kabine
verfrachtet, ähnlich den Gondeln in den Skigebieten, und fahren nun durch
Laserlicht-Gewitter, Projektionen und „Raumschiff Orion“ Musik auf die
andere Seite nach Pudong. . Soviel zum modernen Shanghai.

Da das Wetter so gigantisch ist,
entscheiden wir uns, rauf auf den 468m hohen Alex zur Besucherplattform zu
fahren. Solch einen Ausblick haben wir noch nie erlebt. Grandios,
gigantisch, schlicht „breathtaking“. Dies wurde auf dieser Reise mein
Lieblingswort.
Nach stundenlangem Kauderwelsch
in unseren Ohren, manche nennen es chinesisch, bekommen wir auf einmal
glasklares Deutsch zu hören. Zwei „Experts“ geniessen ebenfalls diesen sehr
seltenen klaren Blick über die Stadt der Zukunft. Direkt bekommen wir gute
Tips, einige Visitenkarten und das Verhalten beim Handeln auf den Märkten
mit auf den Weg.
Obwohl wir gewarnt wurden, Sonntags auf den berühmten Xiangyang-Markt, der
heiß-ersehnte Fake-Markt, zu fahren, stürzen wir uns in dieses dichte
Gedränge, einem hektischen Treiben aus „DVD, Watch lukki lukki“, handeln,
feilschen und kaufen. Wie schon den ganzen Tag über, sehen wir auch hier
kaum Europäer oder westlich aussehende Menschen. Irgendwie komisch. Gekauft
wird heute aber noch nichts.
Nach einem sehr beeindruckenden ersten Tag, vielen aufgeworfenen Fragen,
wagen wir uns im Hotel ans Asiatische Büfett. Besser als am ersten Tag, aber
glücklich macht es mich auch dieses Mal nicht.
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